AUS für Windkraft-Giganten
In Steinberg werden keine Riesen-Windkraftanlagen gebaut. Die Gemeindevertretung hat ihre Absicht geändert - zur Freude der Bürgerinitiative, die ein Bürgerbegehren dagegen angestrebt hatte.
In ihrer jüngsten Sitzung hat die Gemeindevertretung einstimmig ihren Antrag an die Landesplanung zurückgezogen, ein für dieses Vorhaben notwendiges Zielabweichungsverfahren einzuleiten. Begründet wurde dieser Schritt in öffentlicher Sitzung allerdings nicht.
Willi Bastiansen, Sprecher der Bürgerinitiative gegen die Aufstellung der Windkraftanlagen - rund 160 Meter hohe Testanlagen für den Off-Shore-Betrieb waren vorgesehen - zeigte sich erfreut über diese Entwicklung. „Wir hätten zwar gerne gewusst, welche Gründe bei den Gemeindevertretern zur Zurücknahme des Antrags geführt haben , aber was zählt, ist das Ergebnis.“
Die Bürgerinitiative hatte in der Einwohnerschaft große Unterstützung gefunden und Ende März über 300 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen die Absicht der Gemeinde gesammelt. Nach intensiver Prüfung hatte die Kommunalaufsicht beim Kreis Mitte Juli das Bürgerbegehren für zulässig erklärt. Bereits im Vorwege hatte die Landesplanung deutlich gemacht, dass sie keinen Anlass sehe, ein Zielabweichungsverfahren einzuleiten. Steinbergs Bürgermeister Gerhard Geißler hatte seinerzeit aber noch gehofft, über die Investoren zum Ziel zu kommen. „Wir haben in der Gemeindevertretung beschlossen, den Antrag zurückzunehmen und dadurch das Bürgerbegehren abzuwehren“, meinte Geißler nach der Sitzung des Dorfparlamentes. Weitere Überlegungen für die Rücknahme wollte er nicht nennen. Er verwies vielmehr auf eine Anfang Dezember vorgesehene Einwohnerversammlung. „Dann werden wir erklären, wie es zu dem Entschluss gekommen ist und welche Folgen er hat“, sagte Geißler.
Amtsvorsteher Thomas Johannsen nennt auf Nachfrage diese Vorgehensweise zwar korrekt. Aber wenn auf der Gemeindevertretersitzung ein paar Worte über die Gründe verloren worden wären, dann hätte das sicher zur Entspannung beigetragen, meinte er. „So wissen weder Gegner noch Befürworter, was zum Umdenken geführt hat.“
 

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25. August 2005